10 Jahre First Responder Hofolding

First Responder oder Ersthelfer oder Helfer vor Ort, eine Idee, die ursprünglich in den USA entstanden ist, weil der Rettungsdienst gerade im ländlichen Bereich weite Wege zum Einsatzort zurückzulegen hatte und hat. Die First Responder-Kräfte sollen die Zeit zwischen dem Eintreten eines Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung verkürzen. In Deutschland ist diese Idee seit Anfang der 80er Jahre diskutiert und Anfang der 90er Jahre erstmals in die Tat umgesetzt worden.


First Responder bedeutet bei uns eine medizinische Grundausbildung von Feuerwehrleuten für Ersthilfemassnahmen wie bei schweren Verletzungen, insbesondere aber in der Herz-Lungen-Wiederbelebung und der Frühdefibrillation.

Im Jahr 2000 gab es bei der Feuerwehr Hofolding die ersten Überlegungen, die dann schnell in konkrete Planungsarbeit mündeten. In den zwei Jahren Planungsarbeit und Vorbereitung waren viele Hürden zu überwinden und viele Aufgaben zu meistern. Mit einem First Responder-Konzept, das im Kern die Punkte Qualifikation, Ausrüstung, Fahrzeug und die Integration in die Strukturen des Landkreises, der FEZ und die ILST beinhaltete, konnte der Kommandant Wolfgang Fink und sein Stellvertreter Bernhard Hirsch überzeugt werden, den First Responder zu planen und zu gründen.

Mit einer Spendenaktion bei den ortsansässigen Firmen konnte ein erster Defibrillator beschafft werden, die Firma Hans Ritz spendete das erste First Responder-Fahrzeug, einen Ford Sierra, der dann von der Feuerwehr in vielen Stunden ausgebaut und ausgerüstet wurde. Einsatzrucksäcke, Verbrauchsmaterial und Einsatzkleidung musste organisiert und beschafft werden.

Die grösste Herausforderung war es, die Idee in die Mannschaft zu tragen, die Kameraden für die Idee zu begeistern und für eine entsprechende Ausbildung und Einsatzbereitschaft zu sorgen.

Am 5. April 2002 war der spannende Moment gekommen, der Hofoldinger First Responder wurde mit 15 ausgebildeten First- Responder-Kräften in Dienst gestellt. Für die Alarmsicherheit sorgte ein ausgeklügelter Dienstplan, der sicher stellte, dass Einsatzkräfte jederzeit bereit waren, zu helfen.

Bei den Planungen war die Feuerwehr von zwei Einsätzen pro Monat ausgegangen. In diesem Punkt wurde sie schnell eines Besseren belehrt. In den Jahren 2002 bis 2011 entwickelten sich die Einsatzzahlen sehr stark: von 45 auf rund 100 Einsätze pro Jahr,  obwohl die Feuerwehr Brunnthal seit 2009 selbst eine First Responder-Einheit bereitstellt. Das Einsatzspektrum ist außerordentlich breit gefächert. Vom Herzinfarkt über Hilfe bei schweren Verkehrsunfällen, Kindernotfällen und Herzstillstand reichte bisher das Spektrum der Einsätze.

Neben der spannenden Einsatztätigkeit gibt es zwei zentrale Themen, die die Verantwortlichen ständig beschäftigen. Diese sind die Ausrüstung und die rasant wachsenden Anforderungen an die Ausbildung der Kameraden. Bald schon mussten alle Beteiligten feststellen, dass das First Responder-Auto im Einsatz schnell an seine technischen Grenzen kam. Durch einen Spendenaufruf an alle Bürger der Gemeinde und eine großzügige Beteiligung der Gemeinde konnte im Februar 2004 der Ford Galaxy beschafft werden, der sich als zuverlässiges und sicheres Transportmittel zu allen Einsätzen bewährt hat. Seit 2009 unterstützt der First Responder mit dem LUCAS-System zusätzlich bei der Herz-Lungen-Widerbelebung.

Die Qualität der Ausbildung wird durch eine monatliche First Responder-Übung und zweimal jährlich die Wiederholung der Herz-Lungen-Wiederbelebung einschließlich Frühdefibrillation sichergestellt. Zusätzlich organisiert die Feuerwehr First Responder-Workshops als Möglichkeit für alle Kräfte, intensiv einen ganzen Tag verschiedene Einsatzbilder abzuarbeiten und wertvolle Tipps zu bekommen. Auch die Ausbildung und die Mitfahrt bei der Berufsfeuerwehr München und den Rettungsdiensten wird von einigen First Responder-Kräften genutzt, um im Ernstfall schnelle und qualifizierte Hilfe leisten zu können. Unser begleitender Notarzt Dr. Christopher Andratschke ist seit dem Start im Jahr 2002 eine unerschöpfliche Quelle von medizinischem Wissen und steht jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Die organisatorische Leitung übernahm 2002 Christian Roltsch, die technische Leitung Bernhard Hirsch, der seit 2009 die Gesamtleitung übernommen hat. Um den Kreis der Einsatzkräfte zu erweitern, wird in diesen Tagen ein eigener First Responder-Kurs mit 96 Ausbildungsstunden und abschließender  theoretischer und praktischer Prüfung durchgeführt.

Heute ist der First Responder ein fester Bestandteil der Feuerwehr Hofolding. Auch bei den Bürgern ist der First Responder ein fester Bestandteil des Gemeindelebens, hat immer für schnelle Hilfe gesorgt und schon viele Leben gerettet.

Kontakt

Freiwillige Feuerwehr Hofolding

Fichtenstrasse 37

85649 Brunnthal-Hofolding

 

Tel: 08104-628770

Fax: 08104-6287714

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